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- Historie

Am 1. September 1910 bekam Friedrich Frühmesser vom königlich- bayerischen Stadtmagistrat der Stadt Landau die Genehmigung zur  Gründung einer Firma zum Handel mit Ölen und Fetten. "Königlich- bayerisch" deshalb, da Landau und die Pfalz damals seit der  Neuordnung Europas durch den Wiener Kongress 1814/1815 zum  Königreich Bayern gehörten.

Damals war es mutig, an die Entwicklung der Öl- und Autoindustrie zu  glauben, denn anders als viele andere Mineralölhändler, die heute am  Markt sind, eröffnete Friedrich Frühmesser keinen Kohlehandel  sondern konzentrierte sich von Anfang an auf den Handel mit  Mineralölen. Kohle, das damals bevorzugte Heizmittel, war bei ihm nie  zu kaufen.  Zu den damals üblichen Brennstoffen Holz und Kohle kamen nun  erstmals die flüssigen Brennstoffe Petroleum und Brennspiritus. Nur  vereinzelt gab es damals auch Gas und Elektrizität, und das nur bei  wohlhabenden Leuten.

 

So wurde beispielsweise das Petroleum für die "neumodischen" Petroleumlampen vom Verbraucher meist in einer  speziellen Petro-leumkanne selbst abgeholt. Den Brennspiritus verwendete man für die Spirituskocher, die bald in Mode kamen. Aber auch  Friseure nutzten dieses neue Brennmaterial zum Aufheizen ihrer Brenn-scheren, denn Brennspiritus war sehr viel leichter zu handhaben als  Holz, Kohle oder gar Gas. Weitere Kunden waren mittelständische Betriebe, Apotheken, Drogerien und Gewerbebetriebe.  Letztere benötigten bald auch Treibstoff für ihre stationären Benzinmotoren sowie  Schmieröle für ihre Maschinen. 

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Die erste Tankstelle der Stadt Landau wurde am 15. Dezember 1924 in Landau von  Friedrich Frühmesser eröffnet. Installiert wurde sie vor der Gaststätte "Zum Viadukt" in  der Rheinstraße Nr. 39 vor der Queichheimer Brücke. Im Volksmund wurde sie nur  "Die Eiserne Jungfrau" genannt. Diese revolutionäre Tankstelle war eine Sensation  weit über Landau hinaus, denn sie war nicht nur die erste Tankstelle Landaus sondern  auch eine der ersten Tankstellen der Pfalz, ja des ganzen Deutschen Reiches.  Doch die Tankstelle war nicht die einzige Neuerung, die die Firma Frühmesser in  diesen Jahren durch-führte. Ebenfalls im Jahre 1924 wurde der erste "Tankwagen"  gekauft.  Dieser brachte eine weitere Steigerung der Lieferkapazität gegenüber dem  Pferdefuhrwerk und war für diese schweren Zeiten kurz nach dem ersten Weltkrieg  einmal mehr außergewöhnlich. Tankwagen waren damals das Modernste, was es an  Transportmitteln auf dem Markt gab.

Das Wort "Tankwagen" bedarf hierbei einer  Anmerkung: Es wurden keine Tankwagen im heutigen Sinne gebaut sondern man  montierte auf einen normalen Pritschentransporter einen Fassaufsatz, in dem man dann Sprit ausfahren konnte. Noch einfacher und billiger  war es jedoch, die Ölfässer gleich selbst auf einen gewöhnlichen Pritschenwagen zu transportieren.  Mit Beginn der 50er Jahre begann die Zeit des "Wirtschaftswunders". Die Motorisierung nahm einen steilen Aufschwung, was für die Firma  Frühmesser fast ebenso bedeutsam war, wie der Siegeszug der Ölheizung. Auch die Landwirtschaft, die bisher lediglich "Karreschmier" für  ihre Wagen benötigt hatte, begann mit zunehmender Motorisierung auf Traktoren umzustellen, die Dieselkraftstoff benötigten. In den  folgenden Jahrzehnten wurde das Geschäft kontinuierlich ausgebaut und mit Tankstellen erweitert.  Der Weg der Firma Frühmesser in die Zukunft ist auch wieder mit einer fließenden Nachfolge verknüpft. Seit 2015 leitet Dr. Thomas  Frühmesser - der Sohn von Fritz Frühmesser - als Geschäftsführer die Geschicke der Firma. Nach einer stürmischen aber erfolgreichen Vergangenheit von über 100 Jahren ist damit die Zukunft des Unternehmens gesichert.